Der Überspannungsschutzspezialist CITEL hat in seinem Forschungslabor im französischen Reims eine umfangreiche Testreihe zu Überspannungsschutzsystemen durchgeführt. Ziel der Untersuchungen war es, die Auswirkungen realer Installationsbedingungen auf die Wirksamkeit von Überspannungsschutzschaltern zu analysieren – insbesondere in Bestandsgebäuden, in denen die Vorgaben internationaler Normen häufig nicht vollständig eingehalten werden können.
Im Mittelpunkt der Tests standen Situationen, wie sie bei Nachrüstungen oder beengten Installationsverhältnissen häufig vorkommen: geringe Abstände zwischen Schutzgeräten sowie die Kombination älterer und neuer Ableiter unterschiedlicher Hersteller. Nach Angaben des Unternehmens werden die in den IEC-Normen empfohlenen Mindestabstände von zehn Metern in vielen Gebäuden unterschritten. Bisher fehlten jedoch belastbare Daten dazu, wie sich solche Konstellationen auf die Schutzwirkung auswirken.

Für die Testkampagne untersuchten die Ingenieure zunächst, ob die Koordination zwischen vorgeschalteten und nachgeschalteten Schutzstufen auch bei sehr kurzen Leitungswegen erhalten bleibt. Anschließend analysierten sie mögliche Wechselwirkungen zwischen Geräten verschiedener Hersteller. Dabei zeigte sich, dass insbesondere bei gemischten Installationen die tatsächlichen technischen Eigenschaften der eingesetzten Komponenten entscheidend sind und theoretische Annahmen allein nicht ausreichen.
Aus den Ergebnissen leitet CITEL Handlungsempfehlungen für Planer und Installateure ab. Demnach sollten bei Nachrüstungen und Anlagen mit begrenztem Platzangebot die realen Energieableitfähigkeiten der Geräte berücksichtigt werden. Zudem empfiehlt das Unternehmen, bei kurzen Leitungswegen bevorzugt Ableiter mit gasgefüllten Funkenstrecken an der primären Schutzposition einzusetzen, da diese die Energieverteilung stabilisieren und nachgeschaltete Schutzgeräte entlasten können.
Die Ergebnisse und Empfehlungen will CITEL auf der Fachmesse Intersolar Europe präsentieren, die vom 23. bis 25. Juni in München stattfindet. Dort plant das Unternehmen auch Gespräche mit Fachbesuchern und Journalisten.





